Home

Die Sumpfbeete

Erstellt von
Hans-Joachim Flügel
Stand: 28.09.2010

am Lebendigen Bienenmuseum Knüllwald

Die Beschreibung des Baus der Sumpfbeete finden Sie unter diesem Link: Sumpfbeetbau.

Jetzt, Anfang Juni 2010 bestimmt der Flammende Hahnenfuß, Ranunculus flammula, das Bild der Sumpfbeete mit seinen vielen kleinen gelben Blüten.

Im Hintergrund sieht man schon die Triebe des Blutweiderich, während sich im Vordergrund der Froschbiss, Hydrocharis morsus-ranae auf der Wasseroberfläche ausbreitet.

Alle in Mitteleuropa vorkommenden Schenkelbienen sammeln neben Pollen und Nektar auch Öl aus den Blüten der Gilbweideriche. Die Sägehornbiene Melitta nigricans sammelt ihren Pollen ausschließlich von Blutweiderich. Gilb- und Blutweiderich wachsen vor allem an Gewässerufern und in Sümpfen.

Feuchtgebiete aber gehören zu den hochgradig gefährdeten Lebensräumen in unserer Kulturlandschaft - und damit auch die auf diese Pflanzen angewiesenen Bienenarten. Zudem ist über ihre Nistbiologie noch relativ wenig bekannt.


Bepflanzung des Sumpfbeetes am 24.4.2007


Zustand des Sumpfbeetes am 8.7.2007

Aus diesem Grund sind auf dem Gelände des Lebendigen Bienenmuseums zwei Sumpfbeete entstanden, in denen Blut- und Gilbweiderich angepflanzt wurden. Da im Beisetal selbst noch Schenkelbienen vorkommen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie diese neue Futterquelle für ihre Brut entdecken, relativ groß.

Von der Sägehornbiene gibt es im Schwalm-Eder-Kreis bisher nur drei bekannte Fundorte. Davon liegt einer nur ca. 10 km entfernt im Fuldatal bei Malsfeld. Es soll beobachtet werden, ob auch diese Biene in den kommenden Jahren die neue Pollenquelle entdeckt und sich auf dem Gelände ansiedelt.

Biologie der Schenkelbienen Macropis europaea und M. fulvipes:

Von Schenkelbienen sind derzeit 13 Arten bekannt, die über die gesamte nördliche Halbkugel verteilt sind. In Deutschland finden sich zwei Arten, Macropis europaea und M. fulvipes. Letztere hat ihren Lebensraum vorwiegend in lichten feuchten Wäldern, in denen das Pfennigkraut (Lysimachia nummularia) häufig vertreten ist, sammelt aber auch am Gewöhnlichen Gilbweiderich. M. europaea ist eher an feuchten Wiesen, Niedermooren und Auwäldern zu finden, in denen der Gewöhnliche Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris) gedeiht. Beide Arten nisten in der Erde in selbst gegrabenen Gängen.
Das Besondere an den Schenkelbienen ist, dass sie - im Gegensatz zu anderen Wildbienen - nicht nur Blütenstaub und Nektar zur Versorgung ihrer Brut sammeln, sondern auch das von den beiden Lysimachia-Arten angebotene Öl, das von diesen aus speziellen Öldrüsen in den Blüten abgesondert wird. Ebenso bietet der Punkt-Gilbweiderich (L. punctata), den man häufig in Gärten findet, das Öl in seinen Blüten an, doch konnten vom Autor dieser Seite bisher Schenkelbienen nur dann daran beobachtet werden, wenn in der Nähe zusätzlich mindestens eine der beiden  Öl produzierenden Wildarten zu finden war.

Verbreitung von Macropis europaea in Hessen
Verbreitung von Macropis fulvipes in Hessen

   Biologie der Sägehornbiene Melitta nigricans:

Alle sechs in Deutschland vorkommenden Sägehornbienen-Arten sind streng an bestimmte Pflanzentaxa gebunden beim Sammeln von Blütenstaub zur Versorgung ihrer Brut. Die Sägehornbiene Melitta nigricans,  die außer in Mitteleuropa auch in Südeuropa und ostwärts bis zum Ural vorkommt, sammelt in Deutschland ihren Pollen ausschließlich an Blutweiderich (Lythrum salicaria). Sie lebt deshalb vorwiegend in Flußauen, wo sie ausreichend große Bestände des Blutweiderich vorfindet. Ihre Niströhren gräbt sie in Böschungen und kleinen Abbruchkanten von sandigem Boden oder Lößlehm.
Im Schwalm-Eder-Kreis gibt es mehrere Stellen, an denen in Straßengräben große Bestände des Blutweiderich zur Blüte kommen, doch konnte dort bisher trotz intensiver und wiederholter Suche diese Sägehornbienenart nicht nachgewiesen werden Alle drei Fundpunkte liegen im Auenbereich größerer Flüsse, an denen noch Blutweiderich wächst.

 Aktuelle Verbreitung der Sägehornbiene in Hessen

Literatur:
Vogel, S. (1986): Ölblumen und ölsammelnde Bienen. Zweite Folge. Lysimachia und Macropis. - Trop. Subtrop. Pflanzenwelt 54: 147-312, Stuttgart
Westrich, P. (1989): Die Wildbienen Baden-Württembergs. - 2 Bde., 972 S., Ulmer-Verl., Stuttgart

Home

Top