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Die Pilze

Erstellt von H.-J.Flügel
Stand: 06.04.2012

am Freigelände des Bienenmuseums

Pilze - die dritte große Gruppe von Lebewesen: nicht Pflanze, nicht Tier, sondern von beidem etwas. Sie können sich - von Ausnahmen abgesehen - wie Pflanzen nur durch Wachstum fortbewegen, können aber nicht wie diese ihre Kohlehydrate, Eiweiße und andere Körperbausteine selber produzieren, sondern müssen diese, wie Tiere, suchen und fressen, um leben zu können.

Rechts ist der Rote Gitterling zu sehen, der weltweit in warmen Zonen verbreitet ist. Ursprünglich in Europa nur im Mittelmeergebiet heimisch, breitet er sich mit dem Klimawandel mehr und mehr nach Norden aus. Seine Sporen werden durch Fliegen verbreitet.

Deutschlandweit gibt es etwa 5.000 Ständer- und 4.000 Schlauchpilzarten und daneben weitere ca. 1000 Pilzarten aus anderen Gruppen. Neben einigen bekannten Pilzen wie den Steinpilzen, den Knollenblätterpilzen und dem Pfifferling gibt es zahlreiche andere Arten, die einander sehr ähnlich sind. Für ihre Unterscheidung ist einige Kenntnis und Übung vonnöten. Dies umso mehr, als es darunter sowohl sehr leckere Speisepilze, aber auch ungenießbare bis tödlich giftige Pilzarten gibt.

Neben den großen und auffälligen Ständer- und Schlauchpilzen gibt es in diesen Gruppen aber auch unauffällig kleine Arten, die oft nur auf bestimmten Substraten wachsen. Sie aufzufinden bedarf es ebenfalls einer umfangreichen Vorkenntnis. Deshalb ist die Erfassung der Pilzarten in einem Gebiet nicht ohne Spezialisten möglich. Für das Lebendige Bienenmuseum hat sich Roman Krettek, Schriftführer der Deutschen Gesellschaft für Mykologie, freundlicherweise bereit erklärt, diese Aufgabe zu übernehmen. Neben museumseigenen Aufsammlungen konnte er zu drei Begehungen unseres Geländes gewonnen werden. Das dabei und bei den laufenden Aufsammlungen gewonnene Belegmaterial wird derzeit von ihm bearbeitet.

Außer den myzelbildenden Pilzen sind hier weiterhin jene Pilzarten aufgeführt, die bei Pflanzen Gallen erzeugen. Gallen können außer von Pilzen weiterhin von verschiedensten Insekten, aber auch von Bakterien hervorgerufen werden. Die auf dem Gelände bereits erfassten gallbildenden Insektenarten sind auf der eigenständigen  Webseite der Pflanzengallen aufgeführt.

Frisch aus dem Garten - nicht auf den Tisch: Hygrocybe conica, der Schwärzende Saftling, soll schwach giftig sein. Eine Farborgie ist er allemal, und deshalb mit den Augen zu verschlingen...

Gefunden am 22. September 2010 unter unserer Quitte im Vorgarten, zusammen mit weiteren Exemplaren und einem kleinen rein weißen "Keul-"pilz, dessen Artzugehörigkeit noch nicht ermittelt ist.

Ständerpilze (Basidiomycetes)

 

Agaricus xanthoderma Génev.  Karbolegerling

Armillaria mellea (Vahl) Gemeiner Hallimasch

Auricularia auricula-judae (Fr.) Quèl. Judasohr

Clathrus ruber Pers. Roter Gitterling

Coprinus disseminatus (Pers.: Fr.)  Gesäter Tintling

Coprinus micaceus (Bull. ex Fr.) Fr.  Glimmertintling

Hygrocybe conica (Sch. : Fr.) Schwärzender Saftling

Lagermannia gigantea (Batsch)  Riesenbovist

Leccinum scabrum (L.)  Gemeiner Birkenpilz

Lepista nuda (Bull.)  Violetter Rötelritterling

Macrotyphula filiformis (Bull.: Fr.)  Binsenkeule

Phallus impudicus L.  Gemeine Stinkmorchel

Schizophyllum commune Fr.  Spaltblättling

Scleroderma citrinum Pers.  Dickschaliger Kartoffelbovist

Trametes versicolor  Fr.  Schmetterlingstramete

Tricholoma terreum (Schaeff.)  Erdritterling

 

Schlauchpilze (Ascomycetes)

 

Crucibulum laeve (Huds.)  Tiegelteuerling

Xylaria hypoxylon (L. ex Hook.)  Geweihförmige Holzkeule

Pflanzengallerzeugende Pilze (Fungicecidien)

an Birne (Pyrus communis):

Gymnosporangium sabinae (Dicks.) Wint.; Birnengitterrost

an Giersch (Aegopodium podagraria):

Puccinia aegopodii (Schum.) Mart.III; Giersch-Rostpilz

Protomyces macrosporus Unger; Giersch-Schlauchpilz

an Pfirsich (Prunus persica):

Taphrina deformans (Berk.) tul., 1866; Kräuselkrankheit, Schlauchpilz

an Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias):

Uromyces pisi (Pers.) Unger; Erbsenrost

Unter den mit Links versehenen Namen findet sich jeweils eine Abfrage nach Abbildungen der jeweiligen Art, Gattung oder Familie, wie sie aktuell im Internet zu finden sind. Teilweise handelt es sich aber um Fehlbestimmungen oder falsche Verknüpfungen, weshalb im Einzelfall Vorsicht geboten ist.
Literatur:
Flügel, H.-J. & E. Geiseler(2001): "Neuer Nachweis des Scharlachroten Gitterlings, Clathrus ruber Battarra 1755 in Hessen (Fungi, Phallales, Clathraceae)“. In: Avifaunistischer Sammelbericht für den Schwalm-Eder-Kreis, 14 (1998/99): 105-108, Schwalmstadt

Leg.: Hans-Joachim Flügel

Anz. der nachgewiesenen Arten: 23

Stand der Auswertung: 06.04.2012

Nützliche Links:

Pilzbestimmung.de,      Pilzbestimmung.ch      Wikipedia/Pilze,       Pilzkartierung.de.  

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